
von Paul Bourget
In "Kosmopolis" entwirft Paul Bourget ein fein beobachtetes Panorama der internationalen Gesellschaft im Rom des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Diplomaten, Aristokraten, Künstler und Abenteurer begegnen einander in Salons, Hotels und historischen Palästen; hinter der glänzenden Oberfläche wirken Leidenschaft, Eifersucht, Standesbewusstsein und moralische Entwurzelung. Bourgets Stil verbindet realistische Milieuschilderung mit psychologischer Analyse und steht im Kontext des französischen Romans nach Balzac und Flaubert, zugleich aber bereits im Zeichen einer modernen Diagnose des Kosmopolitismus. Paul Bourget, 1852 geboren und 1935 gestorben, war nicht nur Romancier, sondern auch ein einflussreicher Literaturkritiker und Essayist. Seine "Essais de psychologie contemporaine" zeigen sein besonderes Interesse an den seelischen Folgen moderner Kultur, an Dekadenz, Skepsis und sozialer Nachahmung. Reisen, die Erfahrung europäischer Eliten und seine später zunehmend konservativ-katholische Weltsicht dürften wesentlich dazu beigetragen haben, "Kosmopolis" als moralische Untersuchung einer entwurzelten Oberschicht zu gestalten. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Gesellschaftsromane nicht bloß als Handlung, sondern als präzise Analyse von Mentalitäten schätzen. "Kosmopolis" bietet Spannung, elegante Prosa und eine scharfe Kritik jener Weltläufigkeit, die kulturelle Verfeinerung verspricht, aber Verantwortung und innere Bindung gefährdet.
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Maße: 0.9 x15.2 x22.9 cm
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