
von Daniela Horn
Die Welt der späten Bronzezeit war enger miteinander verbunden, als lange angenommen wurde. Reiche vom östlichen Mittelmeer bis Ägypten waren wirtschaftlich auf komplexe Handelsnetzwerke angewiesen, die Rohstoffe, Luxusgüter und diplomatische Beziehungen miteinander verbanden. Dieses Buch untersucht die wirtschaftlichen Grundlagen der bronzezeitlichen Staatenwelt. Kupfer aus Zypern, Zinn aus entfernten Regionen und maritime Handelsrouten ermöglichten die Herstellung von Bronze und sicherten militärische sowie politische Stabilität. Hafenstädte und Palastverwaltungen entwickelten sich zu zentralen Knotenpunkten eines frühen internationalen Systems. Besonderes Augenmerk gilt der wachsenden Abhängigkeit dieser Reiche voneinander. Störungen im Handel beeinflussten Versorgung, Produktion und politische Ordnung zugleich. Sobald mehrere Regionen gleichzeitig unter Druck gerieten, beschleunigte sich die Destabilisierung des gesamten Systems. Der Zusammenbruch der Bronzezeit erscheint dadurch als Krise einer vernetzten Welt, deren wirtschaftliche Komplexität ihre langfristige Widerstandsfähigkeit überstieg.
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