
von Michael Lackner
China lässt sich nicht auf eine Formel bringen – wohl aber lässt sich die Geschichte seiner westlichen Bilder erzählen. Der Essay folgt den wechselnden Deutungen Chinas: vom prachtvollen Reich Marco Polos über das Reich der natürlichen Vernunft, den Prüfungsstaat bis zum revolutionären oder weltordnenden China der Gegenwart. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Frage, ob diese Bilder wahr oder falsch sind, als ihre Entstehung: Welche Erfahrungen und europäischen Selbstdeutungen machten sie plausibel. Der Essay plädiert daher nicht für den Verzicht auf Begriffe und Vergleiche, sondern für ihre historische Begrenzung und ständige Revision. Die Frage nach China führt so zurück zu den Voraussetzungen unseres eigenen Sehens. Hinter jede Formel gehört ein Fragezeichen.
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