
In „Linien ohne Ankunft“ versammelt Roman Hans Gröger literarische Miniaturen von großer Dichte und Klarheit. Die Novellen dieses Bandes folgen keiner klassischen Handlung, sondern Zuständen: Bewegung, Verwaltung, Druck, Übergang, Betrieb. Sie erzählen nicht vom Ziel, sondern vom Dazwischen – von dem, was trägt, weiterläuft und bleibt.Im Zentrum stehen Wien und seine Infrastrukturen: Straßenbahnen, Schienen, Archive, Verwaltungsräume. Sie sind keine bloßen Schauplätze, sondern Denk- und Erfahrungsräume. Menschen erscheinen darin nicht als Handelnde im Vordergrund, sondern als Teil von Systemen, die größer sind als sie selbst – und gerade dadurch intim werden.Die Texte sind einzeln lesbar, entfalten ihre besondere Wirkung jedoch im Zusammenhang: Motive kehren wieder, Stimmen verschieben sich, Strukturen verdichten sich. Je weiter die Lektüre fortschreitet, desto stärker tritt das Poetische der Ordnung hervor – und das Menschliche im Betrieb.„Linien ohne Ankunft“ ist ein Buch für Leserinnen und Leser, die literarische Reduktion, präzise Sprache und leise Intensität schätzen. Ein Band, der nicht erklärt, sondern nachhallt – und der zeigt, dass Ankunft manchmal keine Rolle spielt.
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