
von Sven Elvestad
"Lizzie" entfaltet die Geschichte einer Frauengestalt, deren Name zum Mittelpunkt eines Netzes aus Begehren, Geheimnis und moralischer Verunsicherung wird. Sven Elvestad verbindet eine präzise, journalistisch geschulte Beobachtung sozialer Milieus mit der Spannungsdramaturgie der frühen skandinavischen Kriminalliteratur. Der Roman interessiert sich weniger für bloße Sensation als für verborgene Motive, für die Brüchigkeit bürgerlicher Fassaden und für jene psychologischen Zwischentöne, in denen Schuld, Sehnsucht und gesellschaftlicher Zwang ineinandergreifen. Sven Elvestad (1884-1934), auch unter dem Namen Stein Riverton bekannt, war einer der prägenden norwegischen Autoren moderner Spannungsliteratur. Seine Tätigkeit als Reporter schärfte seinen Blick für urbane Schauplätze, Randfiguren und die dramatische Struktur realer Ereignisse. Diese Erfahrung erklärt die besondere Mischung aus nüchterner Genauigkeit, atmosphärischer Verdichtung und moralischer Ambivalenz, die auch "Lizzie" trägt. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die historische Kriminalliteratur nicht nur als Rätsel, sondern als kulturgeschichtliches Dokument verstehen möchten. "Lizzie" bietet Spannung, psychologische Feinzeichnung und Einblick in eine literarische Moderne, in der das Verbrechen zugleich gesellschaftliches Symptom und erzählerischer Erkenntnisweg ist.
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