
von Bertha Suttner
Die Waffen nieder! und Marthas Kinder bilden ein eindringliches Diptychon des europäischen Antikriegsromans. Aus der Perspektive Martha Althaus' entlarvt Suttner die heroische Rhetorik des Militärs als bürgerliche und familiäre Katastrophe; der Folgeband verfolgt die moralischen Erbschaften des Krieges in der nächsten Generation. Ihr Stil verbindet dokumentarische Genauigkeit, sentimentale Erzählführung und publizistische Schärfe und steht im Kontext des realistischen Romans, der im späten 19. Jahrhundert soziale Institutionen kritisch prüfte. Bertha von Suttner, 1843 geboren und 1914 gestorben, kannte die Codes des Adels ebenso wie die ökonomische Unsicherheit weiblicher Existenz. Ihre Tätigkeit als Schriftstellerin, ihre kurze Verbindung zu Alfred Nobel und ihr Engagement in internationalen Friedensgesellschaften schärften den Blick für Militarismus als System, nicht bloß als Ereignis. Aus persönlicher Erfahrung, politischer Beobachtung und moralischer Dringlichkeit entstand ein Werk, das Literatur zur Intervention macht. Empfohlen sei diese Ausgabe allen Leserinnen und Lesern, die verstehen wollen, wie Erzählkunst öffentliche Ethik formen kann. Sie bietet keine abstrakte Pazifismuslehre, sondern eine emotional präzise Analyse von Verlust, Erziehung und Verantwortung. Gerade heute beeindruckt Suttners Beharren darauf, dass Frieden nicht Schwäche, sondern die anspruchsvollste Form zivilisierter Vernunft ist.
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Maße: 1.9 x15.2 x22.9 cm
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Ab 19,90 €
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