
von Kurt Faber
Mit dem Rucksack nach Indien ist ein Reisebericht, der den Weg nach Südasien nicht als triumphale Expedition, sondern als körperlich erfahrene Annäherung beschreibt. Kurt Faber verbindet Etappenschilderungen, Natur- und Stadtbilder, Begegnungen mit Fremden sowie praktische Beobachtungen des Unterwegsseins zu einer Prosa, die zwischen Abenteuererzählung, Reportage und ethnographischer Skizze steht. Im Kontext der deutschsprachigen Reiseliteratur des frühen 20. Jahrhunderts markiert das Buch den Übergang vom imperialen Blick zur subjektiven Erfahrung des Reisenden. Faber, ein deutscher Reiseautor und Abenteurer, schrieb aus einer Epoche heraus, in der Mobilität, koloniale Wissensordnungen und bürgerliche Fernwehphantasien eng miteinander verbunden waren. Seine Aufmerksamkeit für Strapazen, Zufälle und soziale Begegnungen lässt vermuten, dass nicht allein exotische Schauwerte, sondern die Bewährung des Einzelnen in fremden Räumen sein Schreiben bestimmte. Das Buch spiegelt damit sowohl persönliche Reiselust als auch zeitgenössische Vorstellungen von Weltläufigkeit. Empfohlen sei dieser Band Lesern, die historische Reiseprosa nicht nur als Abenteuer, sondern als Dokument kultureller Wahrnehmung lesen möchten. Wer verstehen will, wie Indien im deutschsprachigen Imaginären jener Zeit erschien, findet hier ein aufschlussreiches, lebendiges und kritisch lesbares Zeugnis.
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