
Die Grafschaft Kleve war gerade im Entstehen, als Graf Dietrich II. von Kleve seinem Ritter Johann den Befehl gab, mit einer Gesandtschaft die Gebeine der drei Weisen aus dem Morgenland von Mailand sicher nach Köln zu bringen. Im 12. Jahrhundert waren Reliquien sehr begehrt und konnten wahre Pil-gerströme in die Kirchen und Städte führen. Kaiser Friedrich Barbarossa hatte dem Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, die unversehrten Metallsärge der ‚Drei Weisen‘, die später ‚Drei Könige‘ genannt wurden, geschenkt. Die Überführung nach Köln war ein Abenteuer besonderer Art. Die Grafen von Kleve hatten im 12. Jahrhundert nur das Kerngebiet um Kleve und Kalkar in ihrem Besitz. Die Burg in Kleve war schon ihr Stammsitz. Die Entwicklung der Adelshäuser im Hochmittelalter verlief häufig über die zusätzliche Position eines Vogtes für Klöster und Abteien. Diese Vögte, die für die weltlichen Belange dieser religiösen Einrichtungen zuständig waren, konnten dadurch ihre Machtbasis erweitern und ihren Lehensbereich vergrößern.
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