
Oktober in Österlen. Die Apfelbäume sind abgeerntet, die Sommergäste fort, und über der Ostsee ziehen die ersten Herbststürme auf. Nach 29 Jahren in der forensischen Psychiatrie wird Agnieszka Lis entlassen. 1996 war sie neunzehn, ein Au-pair aus Polen in Simrishamn. Damals verschwand das Baby, auf das sie aufpassen sollte, an einem Samstagmorgen aus dem Kinderwagen und wurde nie gefunden. Nach vier Tagen Verhör ohne Dolmetscherin sagte sie einen einzigen Satz, und dieser Satz brachte sie hinter Gitter.Zehn Tage nach ihrer Entlassung liegt das Boot des pensionierten Kommissars Svenne Åkesson leer im Hafen von Brantevik. An der Mole ist Blut. Für die Polizei ist der Fall schnell klar, denn Svenne war es, der Agnieszka damals zu ihrem Geständnis gebracht hat.Doch Maja Lindqvist, Svennes Nachbarin und Partnerin bei drei ungelösten Fällen, findet in seiner Küche einen Brief aus Bornholm und eine alte Blechdose, die er dreißig Jahre lang versteckt hat. Gegen die Anweisung ihrer Vorgesetzten holt sie die Akte von 1996 aus dem Archiv. Sie hört die Tonbänder der Vernehmung und stößt auf Aussagen, die damals niemand ernst genommen hat. Je tiefer sie gräbt, desto klarer wird: Das Kind von 1996 ist vielleicht nie gestorben. Und jemand, der das um jeden Preis verbergen will, hat schon einmal getötet.„Das Herbstkind“ erzählt von Schuld und Schweigen, von einer Mutter, die dreißig Jahre lang nicht wissen durfte, was mit ihrer Tochter geschah, und von einem alten Polizisten, der endlich erzählen muss, was er verschwiegen hat. Der Roman spielt zwischen den Fischerdörfern Österlens, der Fähre nach Bornholm und den lichterfüllten Friedhöfen an Allerheiligen.Der vierte Fall für Maja Lindqvist und Svenne Åkesson.
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