
von H. R. Haweis, Richard Wagner u. a.
Parsifal, Wagners spätes Bühnenweihfestspiel, entfaltet die Gralslegende als streng komponiertes Drama von Schuld, Erkenntnis und Mitleid. Im Mittelpunkt steht der reine Tor Parsifal, der durch Versuchung, Leidenserfahrung und geistige Läuterung zum Erlöser der verwundeten Gralsgemeinschaft wird. Die Sprache des Librettos verbindet mittelalterliche Motivik mit philosophischer Verdichtung; musikalisch-literarisch steht das Werk am Ende der romantischen Oper und weist zugleich in die symbolistische Moderne. Richard Wagner, Komponist, Dichter und Theatertheoretiker, schrieb Parsifal nach Jahrzehnten ästhetischer Selbstbefragung. Seine Beschäftigung mit Wolfram von Eschenbach, christlicher Sakralsymbolik, Schopenhauers Mitleidsethik und eigenen Vorstellungen vom Gesamtkunstwerk prägt jede Szene. Bayreuth, als eigens geschaffener Aufführungsort, wurde zum geistigen Rahmen dieses Werkes, in dem Wagner Kunst, Ritual und metaphysische Spekulation zu vereinen suchte. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Wagner nicht nur als Musiker, sondern als Autor komplexer dramatischer Denkformen verstehen wollen. Parsifal verlangt Aufmerksamkeit, belohnt sie jedoch mit einer außergewöhnlichen Verbindung von Mythos, Psychologie und Kunstreligion.
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