
Als Grażyna Plebanek zehn Jahre alt ist, erfährt sie zum ersten Mal von ihrer Großmutter Apolonia, von allen Pola genannt. Jahrzehnte später macht sie sich auf die Suche nach ihr. Die Spur führt zu einer Frau, die 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde, weil sie Juden versteckte und deren wahres Leben vom Mythos überlagert wurde. Doch je tiefer sie in Archive, Erinnerungen und Familiengeschichten eintaucht, desto deutlicher wird, dass die offizielle Erinnerung nur einen Teil der Wahrheit erzählt. Zwischen Dokumenten, verschwiegenen Familiengeheimnissen und den Leerstellen der Geschichte entsteht das Bild einer außergewöhnlichen Frau, deren Schicksal weit über das eigene Leben hinausweist.Wo die Fakten enden, beginnt die literarische Imagination. Grażyna Plebanek verbindet autobiografische Reportage und erzählerische Prosa zu einem ebenso persönlichen wie universellen Buch über Herkunft, Erinnerung und die Frage, wie Geschichte in Familien fortlebt.Die Geschichte von Apolonia Machczyńska wurde bereits von Hanna Krall literarisch aufgegriffen und durch Krzysztof Warlikowskis Theaterprojekt (A)pollonia weit über Polen hinaus bekannt. Grażyna Plebanek erzählt sie nun erstmals aus der Perspektive der eigenen Familie.
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