
von Oskar Hauser
Was bleibt von einem Weltreich, wenn seine Mauern fallen? Dieses Buch fragt nicht nach den Schlachten, sondern nach dem Danach: Wie erinnerten sich die Menschen in Italien, Gallien und Nordafrika an Rom, als die Kaiser längst Geschichte waren? Es zeigt, wie die Idee Roms – als kulturelles Ideal, als Rechtsquelle, als christliches Zentrum – die entstehenden Königreiche des frühen Mittelalters prägte. Von Karl dem Großen bis zu den Ottonen zitierten Herrscher Roms Gloria, um eigene Macht zu legitimieren. Doch diese Erinnerung war selektiv: Man vergaß die Sklavenwirtschaft, die brutale Expansion, die Korruption. Das Buch analysiert, wie aus dem realen Imperium ein Mythos wurde, der Europa bis in die Neuzeit formte. Für Leser, die verstehen wollen, wie Gesellschaften mit imperialer Vergangenheit umgehen – und was das über unsere Gegenwart sagt.
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