
von Willibald Alexis
Willibald Alexis' "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht" entfaltet ein vielstimmiges Panorama Preußens in der Krise nach der Niederlage von 1806. Ausgehend von der berühmten obrigkeitlichen Parole untersucht der Roman, wie Gehorsam, Furcht, Opportunismus und patriotische Erneuerung in Bürgertum, Adel und Verwaltung aufeinandertreffen. Alexis verbindet historische Genauigkeit mit erzählerischer Ironie, szenischer Lebendigkeit und gesellschaftlicher Analyse; im Kontext des deutschen historischen Romans steht das Werk zwischen Scott'scher Tradition und politischer Selbstbefragung des 19. Jahrhunderts. Willibald Alexis, eigentlich Georg Wilhelm Heinrich Häring, gilt als bedeutender Begründer des realistischen historischen Romans in Deutschland und als "märkischer Walter Scott". Seine juristische Ausbildung, seine Berliner Herkunft, seine publizistische Tätigkeit und sein Interesse an preußischer Geschichte prägten seinen Blick auf Staat, Öffentlichkeit und nationale Identität. Die Erfahrung politischer Restauration nach 1815 sowie die Debatten des Vormärz dürften seine Darstellung von Untertanengeist und Reformbedürftigkeit entscheidend geschärft haben. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die historische Literatur nicht als bloße Kostümierung, sondern als kritisches Erkenntnismittel schätzen. Es bietet Spannung, Milieugenauigkeit und eine kluge Reflexion über bürgerliche Verantwortung in Zeiten staatlicher Erschütterung.
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Maße: 22.9 x15.2 x3.1 cm
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