
von Uwe Schimank, Ute Volkmann
dass sich zumindest die kollektive Stimmungslage spürbar gewandelt hat; und man könnte zweifellos auch eine Reihe von strukturellen Veränderungen in verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereichen – Wirtschaft, Politik, W- senschaft, Kunst, Familie, Bildung usw. – aufzeigen, die diesem Stimmun- umschwung korrespondieren. Da diese Veränderungen im Übergang zu den achtziger Jahren für etliche der im Weiteren vorgestellten Gegenwartsdi- nosen einen wichtigen Ausgangspunkt bilden, soll der Darstellung hier nicht vorgegriffen werden. Soviel lässt sich immerhin in aller Diffusität sagen: Die Gesellschaft ist seit Anfang der achtziger Jahre offenbar wieder konflikth- ter, „kälter“; unbehaglicher geworden; anstelle von Überfluss und Wohlfahrt sind Knappheiten und Risiken ins Bild gerückt; und eine im Grundsatz- berwiegend optimistische Zukunftserwartung ist einer eher pessimistisch - tönten gewichen. All dies wäre vielfältig zu differenzieren und ist im Detail zweifellos auch bestreitbar. Ob seit Anfang der achtziger Jahre tatsächlich eine „andere Moderne“; wie dies nicht nur Beck behauptet, begonnen hat, mag man durchaus in Zweifel ziehen – jedenfalls wenn damit ein radikaler Bruch gesellschaftlicher Dynamik suggeriert werden soll. Aber dafür, dass sich gewissermaßen die Tönung des Bildes der modernen Gesellschaft - kennbar verdunkelt hat, ließe sich im Einzelnen vieles anführen. Die zeitliche Eingrenzung der hier in Betracht gezogenen Gegenwartsdi- nosen lässt sich somit sachlich recht gut plausibilisieren – was, wie gesagt, bei deren Darstellung an vielen Stellen noch deutlich werden wird. Räumlich sind Gegenwartsdiagnosen aus vier Ländern berücksichtigt worden: aus Deuts- land, Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten.
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