
von Walter Benjamin
Städtebilder versammelt Benjamins prägnante Prosaminiaturen und Essays über urbane Räume wie Neapel, Moskau, Paris, Marseille oder San Gimignano. Zwischen Reisebericht, philosophischer Physiognomik und literarischer Montage liest Benjamin die Stadt als Text: Straßen, Passagen, Plätze, Waren und Gesten werden zu Zeichen gesellschaftlicher Erfahrung. Sein Stil ist zugleich konzentriert, bildhaft und analytisch; im Kontext der literarischen Moderne verwandelt er topographische Beobachtung in Erkenntnis über Wahrnehmung, Geschichte und Alltag. Walter Benjamin, 1892 in Berlin geboren, war Kritiker, Philosoph und Übersetzer, dessen Denken von jüdischer Theologie, Marxismus, Romantik und französischer Stadtkultur geprägt wurde. Seine eigenen Wege durch europäische Metropolen, Exilerfahrungen und sein Interesse am Flaneur ließen ihn Städte nicht als Kulissen, sondern als Archive lesen. Städtebilder steht daher in enger Beziehung zu seinem Passagen-Werk und zu seiner Theorie des Denkbildes. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die urbane Kultur nicht nur beschreiben, sondern deuten möchten. Benjamin eröffnet einen außergewöhnlich scharfen Blick auf die verborgenen Ordnungen des Sichtbaren und zeigt, wie sich in kleinsten Alltagsszenen historische Kräfte verdichten. Für Leserinnen und Leser der Literatur-, Kultur- und Stadtgeschichte ist Städtebilder ein ebenso eleganter wie grundlegender Zugang zu Benjamins Denken.
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