
von Maximilian Gilg
Zwei Tage vor dem Anstich liegen dreihundert Aufbauhelfer und Bedienungen mit Zwei Tage vor dem Anstich liegen dreihundert Aufbauhelfer und Bedienungen mit Salmonellen im Krankenhaus. Die Spur führt zu einem vollautomatischen Geflügelwerk vor München - und dort ist alles in Ordnung. Jede Messung, jede Prüfung, jeder Reinigungszyklus: dokumentiert, freigegeben, grün. Genau das ist das Problem.OT-Sicherheitsspezialistin Nora Brandt hat achtundzwanzig Stunden, bis sechs Millionen Menschen auf die Wiesn strömen. Sie arbeitet rückwärts - vom Kühlhaus zur Qualitätskontrolle, von dort zur Schlachtlinie - und findet drei Eingriffe, die einzeln folgenlos wären und zusammen tödlich sind. Ein Angriff ohne Lösegeld, ohne Alarm, ohne Zerstörung. Nur mit Anzeigen, die lügen."Stille Linie" ist zweierlei zugleich: ein Thriller und ein Fachbuch. Auf den rechten Seiten läuft die Geschichte, auf den linken wird das Wissen dahinter erklärt - Schritt für Schritt, verständlich und ohne Vorkenntnisse. Was Nora im Werk aufdeckt, wird zur Einführung in die Sicherheit industrieller Anlagen (OT/ICS): Wie erkennt man einen Angriff, der keine Spuren hinterlassen will? Warum bedeutet "grün" nicht "sicher"? Und was heißt das für die kritische Infrastruktur, von der wir alle abhängen - Wasser, Strom, Lebensmittel?Für Fachleute ist es eine praxisnahe Einführung in Erkennung und Reaktion, verankert in realen Standards und dokumentierten Vorfällen. Für alle anderen ist es ein spannender Kriminalfall, der nebenbei verständlich macht, wie verwundbar unsere automatisierte Welt geworden ist - und wie man sie verteidigt. Ein Buch, das man liest, weil es fesselt, und aus dem man mitnimmt, weil es erklärt.
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