
von Carl Schmitt
Der an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin lehrende Staats- und Völkerrechtler Carl Schmitt lebte seit Dezember 1943 mit seiner Frau Duschka in Berlin-Schlachtensee. Die Ende April 1945 beginnende Schlacht um Berlin hatte zwar dort nicht die grausamen Folgen wie in der Innenstadt, aber auch für die Bewohner der Außenbezirke war es eine lebensbedrohliche Zeit. Das Tagebuch beschreibt die letzten Kriegswochen mit der Auflösung der staatlichen Strukturen, dem Vorrücken der Roten Armee, die Installierung einer sowjetischen Besatzungsmacht, die dann an die amerikanische überging. Carl Schmitt geriet wegen seiner Mitarbeit im NS-Regime schnell ins Visier der Russen, die ihn glimpflich, dann der Amerikaner, die ihn sehr viel robuster behandelten und schließlich am 26. September verhafteten, womit dieses Tagebuch endet. Neben den Bedrückungen durch das katastrophische Kriegsende, der Erfahrung von materieller Not, Hunger und Rechtlosigkeit spiegelt das Tagebuch auch Schmitts klares Bewusstsein seiner Mitschuld an der Etablierung des NS-Staates. Bekanntlich hat er nach 1945 jedes öffentliche Schuldbekenntnis vermieden und galt deshalb vielfach als unbußfertiger und verstockter Mann. Das Tagebuch, das er nur für sich selbst führte, zeigt einen ganz anderen Carl Schmitt: einen Mann, der sich verzweifelt Rechenschaft geben will über die »nicht abwischbare Schande« durch die Mitarbeit im NS-Staat.
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Maße: 24.0 x17.0 x24.0 cm
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