
von Friedrich de la Motte Fouque, Friedrich Heinrich Kar La u. a.
Undine (1811) verbindet die mittelalterlich getönte Rittererzählung mit der romantischen Kunstmärchen-Tradition und entfaltet die Geschichte einer Wasserfrau, die durch die Liebe zu dem Ritter Huldbrand eine menschliche Seele gewinnt. Fouqués Prosa ist zugleich schlicht, musikalisch und symbolisch dicht; Naturerscheinungen, höfische Konventionen und christliche Erlösungsvorstellungen verschränken sich zu einer Erzählung über Begehren, Treue, Schuld und metaphysische Ordnung. Im literarischen Kontext der deutschen Romantik steht das Werk neben Tiecks und Hoffmanns Märchenpoetik, bewahrt jedoch eine eigene, ernste Klarheit. Friedrich de la Motte Fouqué, 1777 geboren, entstammte einer hugenottisch-preußischen Adelsfamilie und war Offizier, bevor er sich als Schriftsteller profilierte. Seine Erfahrung militärischer Standesethik, seine Verehrung des Mittelalters und sein Interesse an Volksglauben und christlicher Sinngebung prägen Undine erkennbar. Die Figur der elementaren Wasserfrau geht auf paracelsische Naturlehren zurück, doch Fouqué verwandelt gelehrte Stoffe in eine innige moralische Fabel. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die romantische Literatur nicht als bloße Flucht ins Wunderbare, sondern als präzise Erkundung menschlicher Bindungen verstehen wollen. Undine ist kurz, eindringlich und von bleibender Bildkraft; es belohnt sowohl die erste Lektüre als auch die wissenschaftliche Wiederbegegnung.
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Maße: x13.8 x14.5 cm
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