
von Cicero
In "Vom Schicksal" ("De fato") untersucht Marcus Tullius Cicero die Frage, ob menschliches Handeln durch eine unveränderliche Kausalkette bestimmt ist oder ob Freiheit, Verantwortung und sittliches Urteil Bestand haben. In dialogischer, argumentativ verdichteter Prosa setzt er sich mit stoischer Notwendigkeitslehre, akademischer Skepsis und aristotelisch geprägten Einwänden auseinander. Das fragmentarisch überlieferte Werk gehört zu Ciceros philosophischen Spätschriften und verbindet logische Analyse, Sprachkritik und praktische Ethik zu einer römischen Aneignung griechischer Debatten. Cicero schrieb diese Abhandlung in einer Zeit persönlicher und politischer Erschütterung: Nach Bürgerkrieg, Diktatur und dem Verlust republikanischer Gewissheiten wurde die Frage nach Vorsehung, Zufall und Entscheidung existenziell. Als Staatsmann, Redner und Vermittler hellenistischer Philosophie suchte Cicero nicht bloß theoretische Klarheit, sondern eine Grundlage für Verantwortlichkeit im öffentlichen Leben. Seine Skepsis gegenüber dogmatischen Systemen nährt sich aus juristischer Erfahrung und republikanischem Pflichtbewusstsein. Empfohlen sei dieses Buch allen, die den Ursprung abendländischer Freiheitsdiskussionen verstehen wollen. Trotz seines knappen und teils unvollständigen Charakters eröffnet "Vom Schicksal" einen anspruchsvollen Zugang zu Problemen, die Theologie, Naturwissenschaft und Moral bis heute beschäftigen: Kausalität, Vorherwissen und Entscheidung. Ciceros Text fordert zum Mitdenken auf und belohnt es mit intellektueller Klarheit.
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Maße: 1.6 x15.2 x22.9 cm
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