
von Martin Luther
Vom unfreien Willen, 1525 als Antwort auf Erasmus von Rotterdams Verteidigung des freien Willens verfasst, gehört zu den konzentriertesten theologischen Streitschriften der Reformation. Luther entfaltet darin die These, dass der menschliche Wille in Fragen des Heils nicht autonom, sondern durch Sünde gebunden und allein auf Gottes Gnade angewiesen sei. Der Stil verbindet scharfe Polemik, biblische Exegese und scholastisch geschulte Argumentation; literarisch steht das Werk im Zentrum der humanistisch-reformatorischen Kontroverse um Schrift, Vernunft und göttliche Souveränität. Martin Luther, Augustinermönch, Bibelprofessor und Reformator, schrieb aus der Erfahrung innerer Anfechtung und aus seiner paulinisch geprägten Rechtfertigungslehre heraus. Seine Auseinandersetzung mit Erasmus war nicht bloß persönliche Kontroverse, sondern Ausdruck zweier Bildungswelten: humanistische Mäßigung und moralische Erziehung einerseits, radikale Theologie der Gnade und des Wortes Gottes andererseits. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die die geistige Dramatik der Reformation an ihrem dogmatischen Brennpunkt verstehen wollen. Es ist anspruchsvoll, bisweilen unerbittlich, doch unverzichtbar für jede Beschäftigung mit Freiheit, Verantwortung und der Grenze menschlicher Selbstbestimmung vor Gott.
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