
Von den Gärten der Erde ist eine kulturgeschichtlich grundierte Prosasammlung, in der der Garten nicht bloß als landschaftlicher Ort, sondern als Verdichtung menschlicher Sehnsüchte erscheint: Ordnung und Wildnis, Erinnerung und Utopie, Besitz und Vergänglichkeit treten in ein feines Spannungsverhältnis. Dauthendeys Stil verbindet impressionistische Naturbeobachtung mit essayistischer Reflexion; ihre Sprache ist sinnlich, präzise und von jener symbolistischen Aufmerksamkeit geprägt, die um 1900 Naturbilder als Spiegel seelischer und gesellschaftlicher Zustände liest. Elisabeth Dauthendey, 1854 in St. Petersburg geboren und in einem kosmopolitisch-künstlerischen Milieu aufgewachsen, gehörte zu den eigenständigen weiblichen Stimmen der deutschen Literatur der Jahrhundertwende. Ihre Herkunft aus der Familie des Fotografen Carl Dauthendey, ihre Nähe zu Fragen weiblicher Bildung und Selbstbestimmung sowie ihre Erfahrung kultureller Übergänge mögen den Blick geschärft haben, mit dem sie Gärten als Räume der Wahrnehmung, der Gestaltung und der inneren Freiheit deutet. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Naturprosa, Kulturgeschichte und literarische Psychologie in konzentrierter Form suchen. Es eröffnet keinen bloßen Spaziergang durch schöne Anlagen, sondern eine gelehrte, poetische Schule des Sehens.
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Maße: 22.9 x15.2 x0.7 cm
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