
von Heinrich Seidel
In "Von Perlin nach Berlin" entfaltet Heinrich Seidel den Weg aus der mecklenburgischen Herkunftswelt in die moderne Großstadt als autobiografische Bildungs- und Erinnerungserzählung. Das Buch verbindet Kindheits- und Jugendbilder, Milieuschilderung und kulturgeschichtliche Beobachtung mit einem heiteren, genau kalkulierten Erzählton. Seidels Prosa steht im Umfeld des poetischen Realismus: Sie sucht nicht die dramatische Zuspitzung, sondern die anschauliche Wahrheit des Alltäglichen, getragen von Humor, Maß und liebevoller Ironie. Heinrich Seidel, 1842 in Perlin geboren und später in Berlin lebend, war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Ingenieur. Diese doppelte Prägung erklärt vieles an diesem Werk: den wachen Sinn für technische und gesellschaftliche Modernisierung ebenso wie die Aufmerksamkeit für kleine Lebensformen, handwerkliche Genauigkeit und menschliche Eigenart. Seine Erfahrungen zwischen Provinz, Ausbildung, Beruf und Hauptstadt verleihen der Autobiografie historische Dichte und persönliche Glaubwürdigkeit. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die autobiografische Literatur des 19. Jahrhunderts, Berlin-Texte und die feinen Übergänge zwischen Erinnerung, Humor und Zeitdiagnose schätzen. Seidel bietet kein lautes Selbstporträt, sondern ein kluges, warmherziges Zeugnis einer Epoche im Wandel.
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