
In Weiblichkeit & Erotik untersucht Anne Charlotte Leffler die kulturellen Skripte, die weibliches Begehren, Ehe und gesellschaftliche Achtbarkeit im späten 19. Jahrhundert miteinander verknüpfen. In präziser, psychologisch hellsichtiger Prosa entfaltet das Buch Konflikte zwischen innerer Selbstbestimmung und äußerer Norm, zwischen erotischer Erfahrung und moralischer Kontrolle. Lefflers Stil verbindet realistische Beobachtung mit dramatischer Zuspitzung; im Kontext des skandinavischen Modernen Durchbruchs erscheint der Text als literarische Intervention gegen bürgerliche Geschlechterordnungen. Leffler (1849-1892), eine der bedeutenden schwedischen Autorinnen ihrer Generation, schrieb aus der Erfahrung einer Epoche, in der Frauenbildung, Eigentumsrechte, Sexualmoral und Ehegesetze leidenschaftlich debattiert wurden. Ihr eigenes Leben in literarischen und reformorientierten Kreisen, ihre Auseinandersetzung mit Ibsen, Brandes und der europäischen Frauenfrage sowie ihre sensible Wahrnehmung sozialer Doppelmoral schärften ihren Blick für die Widersprüche, aus denen dieses Buch seine intellektuelle Energie gewinnt. Empfohlen sei Weiblichkeit & Erotik allen Leserinnen und Lesern, die nicht nur ein historisches Dokument der Frauenemanzipation suchen, sondern Literatur, die noch heute Fragen nach Körper, Freiheit und sozialer Anerkennung stellt. Lefflers Werk überzeugt durch analytische Klarheit, erzählerische Spannung und moralische Kühnheit: Es macht sichtbar, wie intim politische Verhältnisse sein können, und wie radikal Literatur wird, wenn sie das scheinbar Private ernst nimmt.
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Maße: 0.6 x16.0 x22.0 cm
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