
von Roman Reed
»Im Meer des Lebens gibt es keine Rettung vor den eigenen Begierden.« Drei Tage zieht es ihn schon an diesen verlassenen Strand an der südfranzösischen Küste. Drei Nächte voller Träume, die ihm nicht gehören. Er weiß nicht, warum er immer wiederkommt. Er weiß nur, dass das Meer nach ihm ruft, mit einer Stimme, die tief in seiner eigenen Brust entsteht. Dann, im blutroten Licht der sinkenden Sonne, steigt sie aus den Wellen. Kupferrotes Haar, schwer und nass. Augen wie der tiefste Ozean, die von innen leuchten. Zu schön, um menschlich zu sein. Die alten Seeleute kannten Namen für das, was sie ist, und sie kannten Warnungen. Er kennt sie auch. Und er geht trotzdem zu ihr ins Wasser. Manche Sehnsucht wiegt schwerer als jede Angst. Und das Meer gibt selten zurück, was es einmal genommen hat.
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