
Während sich Teile der Tech-Elite angesichts einer katastrophischen Gegenwart Inseln kaufen, Bunkeranlagen bauen und sich im Prepping üben, gehen Elon Musk und Jeff Bezos einen Schritt weiter. Sie streben nicht die Flucht unter die Erde, sondern die Flucht fort von der Erde an, einen kapitalistisch durchmöblierten Katastrophen-Exit: sich von den Schwerkräften der Erde, den Problemen selbst zu lösen, ist ihre Lösung. Musk will die Menschheit zur »multiplanetaren Spezies« machen und den Mars besiedeln. Bezos träumt von »Weltraumkolonien« und einer »unglaublichen Zivilisation« in sogenannten O’Neill-Zylindern: »Und wenn wir eine Billion Menschen hätten, dann hätten wir tausend Einsteins und tausend Mozarts.« Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski diskutieren die historischen, ästhetischen und ideologischen Hintergründe dieser imaginierten Zukünfte, wobei es ihnen nicht allein um technologische Visionen, sondern um die politökonomischen Motive geht. Sie zeigen, welche langfristigen Denkbewegungen hinter der extraterrestrischen Exzentrik stehen, wie das soziotechnische Imaginäre von retrofuturistischer Science-Fiction überformt wird und wie libertäre Zukunftsträume mehr und mehr in autoritäre Politiken kippen. In den Worten Elon Musks: »Fuck Earth! Who cares about Earth?«
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