
Tulle, September 1840. Marie Lafarge sitzt auf der Anklagebank. Sie soll ihren Mann mit Arsen getötet haben, doch die ersten Untersuchungen finden kein Gift. Dann reist ein berühmter Chemiker aus Paris an. Sein Beweisstück ist eine Porzellanschale mit einem dunklen Belag. Für die Geschworenen wird ein Fleck zur Frage von Schuld und Unschuld.«True Crime: Giftmorde» von Hélène Claire Maréchal erzählt die Geschichte des Giftmords anhand seiner Fälle und seiner Aufklärung. In Rom kursieren Gerüchte über vergiftete Kaiser. Im Frankreich des 17. Jahrhunderts geraten Erbschaften, höfische Beziehungen und der Handel mit Gift ins Blickfeld der Ermittler. Später führen verdächtige Todesfälle in Bremer Wohnhäuser, englische Gerichtssäle und ein ungarisches Dorf. Bei politischen Anschlägen der Gegenwart bekommt die Suche nach dem Täter eine andere Dimension.Mit James Marsh und Mathieu Orfila tritt die Chemie in den Gerichtssaal. Ihre Verfahren machen winzige Giftspuren sichtbar. Doch ein nachgewiesener Stoff erklärt noch keinen Todesfall und benennt keinen Täter. Verunreinigte Proben, widersprüchliche Gutachten und das Vertrauen in berühmte Sachverständige können Verfahren in die falsche Richtung lenken.Das Buch verbindet die Rekonstruktion der Verbrechen mit der Geschichte der forensischen Untersuchung. Es unterscheidet zwischen belegter Tat, zeitgenössischem Verdacht und langlebiger Legende. Quellen, Anmerkungen und ein Register erschliessen die Fälle. Eine Lektüre für alle, die hinter dem Urteil auch die Beweise sehen wollen.
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