
von Gabriele Berger
Gabriele Berger, geboren 1955, wächst in einem Deutschland auf, das über seine eigene Vergangenheit schweigt. Ihre Mutter stammt aus Rotterdam, ihr Vater aus Stettin. Die Holländerin und der deutsche Soldat stranden als Flüchtlinge im niedersächsischen Wellendorf, später ziehen sie nach Frankfurt am Main, wo der Vater für die Amerikaner arbeitet. Sonntags, wenn alle satt um den Esstisch sitzen, wird erzählt: vom Hungerwinter in Holland, von der Gefangenschaft, von einer Heimat, die es nicht mehr gibt. Manches wird erzählt. Vieles nicht. Der Halbbruder in der DDR, von dem niemand spricht. Der Onkel bei der SS. Die Frage, was die Großmutter in Berlin gesehen hat, wenn die Züge nach Osten rollten. Und das, was das Mädchen selbst erlebt und für sich behält, weil es früh gelernt hat: Reden wird bestraft. "Zum Schweigen erzogen" erzählt von einer Kindheit zwischen zwei Ländern, von einem Besuch in Auschwitz und Birkenau und von dem langsamen, oft schmerzhaften Weg, das Schweigen einer ganzen Generation zu durchbrechen. Ein Buch, das nichts verklärt. Es nennt Namen. Und es zeigt, wie das große Schweigen eines Landes sich in einer einzelnen Familie fortsetzte, an einem Esstisch, in einem Wohnzimmer. Das erste Buch der Autorin - geschrieben von dem Mädchen, das dafür bestraft wurde, dass es geredet hat.
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Maße: 19.6 x12.5 x2.3 cm
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