
von Leopold Ranke
Zur eigenen Lebensgeschichte ist kein bloß privates Erinnerungsbuch, sondern ein Schlüsseltext zur Selbstdeutung des modernen Historismus. In nüchterner, zugleich geistig konzentrierter Prosa verfolgt Leopold von Ranke Stationen seiner Bildung, seiner wissenschaftlichen Berufung und seines Verständnisses historischer Erkenntnis. Der Text steht im Kontext des 19. Jahrhunderts, in dem Quellenkritik, Archivarbeit und die Forderung, die Vergangenheit aus sich selbst heraus zu verstehen, die Geschichtsschreibung erneuerten. Ranke, 1795 in Wiehe geboren, wurde durch protestantische Gelehrsamkeit, klassische Philologie und theologische Fragestellungen geprägt. Sein Studium in Leipzig, die Jahre als Lehrer in Frankfurt an der Oder und die spätere Berliner Professur formten ein Denken, das religiöse Sinnsuche, politische Beobachtung und strenge Methode verband. Die Rückschau erklärt, weshalb Ranke Geschichte nicht als moralisches Exempel, sondern als Darstellung individueller Epochen und Mächte begriff. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die den Ursprung moderner Geschichtswissenschaft verstehen wollen. Es bietet nicht nur biographische Auskunft, sondern Einblick in die Werkstatt eines Autors, dessen Methode Generationen prägte. Wer Ranke liest, begegnet einem Historiker, der sein eigenes Leben als Teil einer größeren geistigen Ordnung betrachtet.
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Maße: 0.3 x16.0 x22.0 cm
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