
von Rosa Mayreder
Zur Kritik der Weiblichkeit ist ein programmatischer Essayband der frühen Frauenbewegung und zugleich eine scharfsinnige Intervention in die Geschlechterdebatten der Wiener Moderne. Rosa Mayreder untersucht die kulturelle Konstruktion des "Weiblichen", kritisiert biologische Festschreibungen und zeigt, wie Ehe, Erziehung, Moral und Arbeitsteilung weibliche Individualität beschneiden. Ihr Stil verbindet analytische Präzision, polemische Eleganz und philosophische Reflexion; im Kontext von Fin de Siècle, Liberalismus und antifeministischen Zeitdiagnosen entfaltet das Buch eine bemerkenswert moderne Kritik an normativer Geschlechtsidentität. Mayreder, 1858 in Wien geboren, war Schriftstellerin, Malerin, Musikerin und eine zentrale Stimme der österreichischen Frauenbewegung. Ihre Erfahrungen im bürgerlichen Milieu, ihre künstlerische Bildung und ihr Engagement im Allgemeinen Österreichischen Frauenverein schärften ihren Blick für die Widersprüche zwischen kulturellem Anspruch und weiblicher Wirklichkeit. Gegen zeitgenössische Autoritäten, die Frauen auf Natur, Gefühl oder Mutterschaft reduzierten, verteidigte sie das Recht auf geistige Selbstbestimmung. Dieses Buch sei allen empfohlen, die die Genealogie feministischen Denkens verstehen möchten. Es bietet keine bloße historische Kuriosität, sondern eine luzide, bis heute herausfordernde Analyse gesellschaftlicher Rollenbilder.
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Maße: 0.7 x16.0 x22.0 cm
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