
„Alzheimer ist kein unausweichliches Schicksal, sondern Folge eines artfremden Lebensstils – und damit grundsätzlich vermeidbar.“ Bereits 2012, während der Konzeption der 2014 erschienenen Erstausgabe, ließ die Gesamtheit der wissenschaftlichen Befunde für Nehls keinen anderen Schluss zu. Dennoch dominiert bis heute ein Paradigma, dem zufolge das Alter und „schlechte Gene“ – vermeintliche „Designfehler“ des Menschen – als entscheidende Ursachen gelten. Die Vertreter dieser folgenschweren Lehrmeinung reagierten damals heftig und tun dies bis heute: Eine Änderung des Lebensstils könne Alzheimer nicht verhindern; etwas anderes zu behaupten, wecke falsche Hoffnungen. Doch wer das glaubt, hat wenig Grund, die krankmachenden Bedingungen seines Lebens zu verändern. Jeder neue Krankheitsfall erscheint so als Bestätigung einer fatalen Lehrmeinung, welche durch die Hoffnungslosigkeit, die sie verbreitet, selbst die düstere Prognose herbeiführt, die sie vorhersagt. Davon profitiert die Pharmaindustrie, welche die multifaktoriellen Ursachen ausblendet, die jeder Einzelne selbst angehen könnte. Stattdessen hat sie Antikörper entwickelt, welche das Immunsystem gezielt gegen Beta-Amyloid mobilisieren – ein Peptid, das auch wichtige physiologische Funktionen bei der Gedächtnisbildung erfüllt. Vor diesem Ansatz und seinen gesundheitlichen Risiken warnte bereits die Erstausgabe eindringlich, aber offenbar vergeblich, denn dieser verhängnisvolle Irrweg ist äußerst lukrativ: Eine Lancet-Analyse von 2023 bezifferte die jährlichen Arzneimittelkosten für die Behandlung aller infrage kommenden EU-Patienten auf über 133 Milliarden Euro – auf Basis amerikanischer Preise. 2026 stellte der Gemeinsame Bundesausschuss fest, wovor die Originalausgabe bereits 2014 warnte: Die verfügbaren Medikamente bergen hohe gesundheitliche Risiken, ohne einen Zusatznutzen zu bieten. Immer mehr große internationale Präventionsstudien zeigen hingegen, dass sich die kognitive Entwicklung bis ins hohe Alter positiv beeinflussen lässt, wenn man an den Ursachen ansetzt – auch das hatte dieses Buch von Anfang an gefordert. In dieser Neuauflage bleibt der Originaltext unverändert als Zeitdokument bestehen. Jedem Kapitel wird der Forschungsstand von 2027 gegenübergestellt – mit der Frage, was sich in diesen 15 Jahren bestätigt hat, was präzisiert werden konnte und was widerlegt wurde. Die tragische Bilanz: Vieles von dem, wovor Die Alzheimer-Lüge damals warnte, ist eingetreten; zugleich wurden natürliche Auswege, die bereits damals aufgezeigt wurden, durch neue Forschungsergebnisse weiter bestätigt. Umso schwerer wiegt, dass die Alzheimer-Lüge am Leben gehalten wird – mit vermeidbaren Folgen. 2012 lebte in Deutschland etwa jeder 58. Mensch mit einer Demenz, 2027 wird es ungefähr jeder 46. sein; vergehen weitere 15 Jahre ohne konsequente Prävention, könnte bereits jeder 35. betroffen sein. Diese Neuauflage zeigt zudem, was jeder Einzelne aus modernsten Forschungsergebnissen für den Erhalt seiner geistigen Gesundheit ableiten kann. Sie richtet sich damit an alle, die ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen wollen, statt sie einem Geschäftsmodell zu überlassen, das in erster Linie darauf abzielt, am Leid der Betroffenen zu verdienen.
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