
Richard Voß' "Römisches Fieber" entfaltet Rom als historischen Schauplatz und zugleich als seelische Macht: Die Stadt erscheint nicht bloß als Kulisse, sondern als ein vielschichtiges Geflecht aus antiker Erinnerung, kirchlicher Tradition, politischer Spannung und menschlicher Leidenschaft. Der Roman verbindet erzählerische Anschaulichkeit mit kulturhistorischer Genauigkeit; sein Stil ist bildkräftig, atmosphärisch dicht und von jener gelehrten Sinnlichkeit geprägt, die die deutschsprachige Italienliteratur des späten 19. Jahrhunderts kennzeichnet. Richard Voß (1851-1918) gehörte zu den Autoren, für die Italien mehr war als ein Reiseziel. Längere Aufenthalte in Rom und eine intensive Beschäftigung mit Kunst, Landschaft und Geschichte der Stadt prägten sein Werk nachhaltig. Seine dramatische und erzählerische Begabung verbindet sich hier mit persönlicher Ortskenntnis: Aus dem Erlebnis Roms erwächst ein Roman, der historische Imagination und unmittelbare Anschauung überzeugend zusammenführt. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Romane nicht nur als Handlung, sondern als geistige Begegnung mit einer Epoche verstehen. "Römisches Fieber" bietet Spannung, Milieukenntnis und kulturelle Tiefe; es belohnt besonders jene, die sich für Rom als Mythos, Lebensraum und literarische Herausforderung interessieren.
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Maße: 1.1 x15.2 x22.9 cm
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