
von Else Ury
Das graue Haus entfaltet aus dem scheinbar unscheinbaren Schauplatz eines nüchternen, abweisenden Hauses eine kinderliterarische Erzählung über Geborgenheit, Verantwortung und moralische Bewährung. Else Ury verbindet eine klare, anschauliche Prosa mit der für die klassische deutsche Mädchen- und Kinderliteratur typischen Aufmerksamkeit für Familie, Erziehung und soziale Ordnung. Der Ton ist warmherzig, doch nicht sentimental; das Alltägliche wird zum Prüfstein charakterlicher Reifung. Else Ury, 1877 in Berlin geboren, gehörte zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Kinderbuchautorinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Ihre bürgerlich-jüdische Herkunft, ihre genaue Beobachtung städtischer Lebenswelten und ihr pädagogisches Interesse prägten ihr Werk nachhaltig. Wie in ihren bekannten Nesthäkchen-Büchern zeigt sich auch hier ihr Gespür dafür, kindliche Empfindungen ernst zu nehmen und zugleich in einen zeitgenössischen Wertehorizont einzubetten. Urys späteres Schicksal als Opfer der Shoah verleiht ihrer Literatur heute zusätzliche historische Bedeutung. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die Kinderklassiker nicht nur als nostalgische Unterhaltung, sondern als kulturelle Dokumente verstehen möchten. Das graue Haus bietet eine zugängliche, zugleich aufschlussreiche Lektüre über Kindheit, Erziehungsideale und Mitmenschlichkeit in einer vergangenen Epoche.
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Maße: 0.8 x15.2 x22.9 cm
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