
von Josephin Peladan
Das höchste Laster, 1884 als Le Vice suprême erschienen, ist ein Schlüsseltext der französischen Décadence und ein programmatischer Auftakt zu Péladans lateinischem Verfallszyklus. Der Roman verbindet Gesellschaftssatire, okkulten Initiationsdiskurs und psychologische Analyse zu einer Kritik an Materialismus, Positivismus und erotischer Entleerung der Moderne. Sein Stil ist bewusst artifiziell: pathetische Perioden, symbolistische Bildlichkeit und gelehrte Anspielungen formen eine Prosa, die weniger realistisch erzählt als geistige Zustände inszeniert. Josephin Peladan, aus einem katholisch-esoterischen Milieu stammend, war Kritiker, Romancier und später Gründer des Salon de la Rose+Croix. Seine Nähe zu Mystik, Kunstreligion und antimoderner Kulturkritik prägt dieses Buch wesentlich. Die Figur des geistigen Aristokraten, der gegen den moralischen Niedergang seiner Epoche antritt, spiegelt Péladans Selbstverständnis als Sâr und als Verteidiger einer hierarchischen, sakral begründeten Ästhetik. Empfohlen sei Das höchste Laster allen Leserinnen und Lesern, die den Symbolismus nicht nur als Stil, sondern als Weltanschauung verstehen möchten. Das Werk fordert Geduld, belohnt sie jedoch mit einem seltenen Einblick in die geistigen Spannungen des Fin de Siècle: zwischen Begehren und Askese, Kunst und Dogma, Verfall und Erlösungssehnsucht.
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Maße: 0.9 x15.2 x22.9 cm
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