
von Joséphin Péladan
Die Jungfrauen von Avignon entfaltet ein dichterisch aufgeladenes Panorama weiblicher Reinheit, Verführung und spiritueller Sehnsucht vor der historischen Kulisse Avignons. Der Roman verbindet erzählerische Handlung mit symbolistischer Reflexion: Stadt, Körper und Sakralraum werden zu Zeichen eines höheren Dramas zwischen Sinnlichkeit und Transzendenz. In seiner kunstvollen, bisweilen feierlich-ornamentalen Prosa steht das Werk im Kontext des französischen Fin de Siècle, der Décadence und jener Literatur, die ästhetische Erfahrung als Erkenntnisform begreift. Josephin Peladan war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Kunsttheoretiker, Kritiker und eine prägende Gestalt esoterisch-symbolistischer Kreise. Sein Interesse an Mystik, katholischer Bildwelt, idealistischer Erotik und der erneuernden Macht der Kunst prägt die geistige Architektur dieses Buches. Die Spannung zwischen moderner Entzauberung und dem Wunsch nach sakraler Ordnung erklärt vieles an der Intensität, mit der Peladan seine Figuren und Schauplätze gestaltet. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Literatur nicht bloß als Handlung, sondern als geistiges und ästhetisches Experiment suchen. Wer Symbolismus, kulturgeschichtliche Tiefenschichten und sprachliche Opulenz schätzt, findet hier ein anspruchsvolles Werk von eigentümlicher Suggestivkraft.
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Maße: 22.9 x15.2 x0.7 cm
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