
von Mike Blankenburg
Wie fand der Slasher seine Regeln? Der moderne Slasher entstand über einen langen filmhistorischen Entwicklungsprozess. Psychologische Serienmörderfilme, italienische Gialli, Backwoods-Horror, Feiertagsschocker und amerikanisches Exploitationkino formten jene Motive, Figuren und Inszenierungstechniken, die das Genre später weltberühmt machten: der Blick des Täters, die Maske, die Klinge, der isolierte Schauplatz und der letzte Überlebenskampf. „Der Slasher – Band 1: Die blutige Geburt eines Genres“ verfolgt diese Entwicklung von 1960 bis 1979. Die Reise beginnt mit Michael Powells „Augen der Angst“ und Alfred Hitchcocks „Psycho“, die den menschlichen Serienmörder, den Voyeurismus und die subjektive Kamera in den Mittelpunkt des Horrors rückten. Mario Bavas „Im Blutrausch des Satans“ verbindet diese Grundlagen mit der visuellen Kraft des italienischen Giallo und nimmt zahlreiche Elemente späterer Slasher vorweg. Weitere ausführliche Kapitel widmen sich „Blutnacht – Das Haus des Todes“, „Blutgericht in Texas“, „Jessy – Die Treppe in den Tod“, „Alice, Sweet Alice“, „Der Umleger“, „Drive-In Killer“, „Blutrausch“, „The Redeemer – Son of Satan“, „Der Killer mit der Bohrmaschine“ und „Tourist Trap – Die Touristenfalle“. Bekannte Wegbereiter stehen dabei neben eigenwilligen, kontroversen und lange unterschätzten Produktionen. Ein umfangreicher Schwerpunkt liegt auf John Carpenters „Halloween – Die Nacht des Grauens“. Der Film bündelte zahlreiche bereits vorhandene Ideen zu einer klaren und einflussreichen Form. Michael Myers wurde zum Prototyp des schweigenden, maskierten Killers, Laurie Strode zu einer prägenden Final-Girl-Figur und die amerikanische Vorstadt zum Schauplatz einer scheinbar unausweichlichen Bedrohung. Der Band untersucht außerdem: die Entwicklung des modernen Slasher-Killers die Bedeutung von Masken, Tatwaffen und isolierten Schauplätzen die subjektive Kamera und den voyeuristischen Blick das Final Girl als Identifikations- und Überlebensfigur den Einfluss des italienischen Giallo reale Kriminalfälle und die Debatte über Mediengewalt Zensur, Jugendschutz und die britische Video-Nasty-Kontroverse die Verbindung von Gewalt, Sexualität und gesellschaftlicher Kritik Die ausführlichen Filmanalysen verbinden Produktionsgeschichte, Genreentwicklung und kulturelle Einordnung. Zahlreiche Filmstills und individuell gestaltete Kapitelauftakte ergänzen die Texte und machen den Band zu einem großformatigen filmhistorischen Archiv. Ein bebilderter A4-Archivband über jene Jahre, in denen der Slasher seine Sprache, seine Figuren und seine unverwechselbaren Regeln entwickelte.
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