
von Gönni C. Landsmann, Nadine Böhme u. a.
Die Königin der Nacht entfaltet einen Spannungsraum aus Verbrechen, Verstellung und moralischer Unsicherheit, in dem eine geheimnisvolle Frauengestalt zum Brennpunkt der Handlung wird. Weinert-Wiltons Prosa verbindet rasche Szenenführung, melodramatische Zuspitzung und detektivische Konstruktion; sie steht damit im Kontext der deutschsprachigen Unterhaltungsliteratur der Zwischenkriegszeit, besonders nahe der von Edgar Wallace geprägten Kriminal- und Sensationsästhetik. Louis Weinert-Wilton, Pseudonym des österreichisch-böhmischen Autors Alois Weinert, war mit den Mechanismen populärer Spannungsliteratur außerordentlich vertraut. Seine Herkunft aus einer mehrsprachigen mitteleuropäischen Kulturlandschaft, seine journalistische Erfahrung und sein Gespür für urbane Ängste, soziale Maskenspiele und theatrale Effekte dürften die Anlage dieses Romans wesentlich geprägt haben. Er schrieb für ein Publikum, das Unterhaltung suchte, ohne auf formale Raffinesse zu verzichten. Empfohlen sei Die Königin der Nacht allen Leserinnen und Lesern, die klassische Kriminalliteratur nicht nur als Rätsel, sondern als kulturhistorisches Dokument schätzen. Der Roman bietet atmosphärische Dichte, effektvolle Dramaturgie und Einblick in eine Epoche, in der Nervosität, Moderne und Geheimnis produktiv ineinandergriffen.
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Maße: 0.8 x15.2 x22.9 cm
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