
von Leopold Schefer
In "Ein Weihnachtsfest in Rom" verbindet Leopold Schefer die Form der Reise- und Festschilderung mit einer geistigen Erkundung christlicher Erinnerungskultur. Rom erscheint nicht bloß als malerische Kulisse, sondern als geschichtsgesättigter Raum, in dem Antike, Katholizismus und moderne Empfindsamkeit einander durchdringen. Schefers Prosa ist anschaulich, musikalisch rhythmisiert und von einer reflektierenden, zugleich warmen Humanität getragen; sie steht im Kontext des romantischen Italienbildes, überschreitet dieses jedoch durch aufgeklärte Beobachtung und religiöse Weite. Leopold Schefer, 1784 in Muskau geboren, war Dichter, Komponist und ein europäisch gebildeter Autor, dessen Denken von Reisen, Naturphilosophie und moralischem Universalismus geprägt wurde. Seine Nähe zu den kulturellen Debatten des frühen 19. Jahrhunderts, aber auch seine Distanz zu konfessioneller Enge, erklären die besondere Haltung dieses Textes: Weihnachten wird bei ihm zum Anlass, über Gemeinschaft, Kunst, Glauben und Menschlichkeit nachzudenken. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die eine literarisch anspruchsvolle, historisch sensible und geistig offene Darstellung Roms suchen. Wer Weihnachtsliteratur jenseits bloßer Sentimentalität schätzt, findet hier eine feinsinnige Meditation über Fest, Stadt und europäische Kultur.
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