
Tuberkulose prägte nicht nur die Medizin, sondern das gesamte soziale Gefüge moderner Städte. Mit der Industrialisierung breiteten sich Krankheit, Armut und Wohnungsenge gemeinsam aus. Die Angst vor Ansteckung veränderte Architektur, öffentliche Hygiene und den Blick auf die arbeitende Bevölkerung. Dieses Buch untersucht die gesellschaftlichen Folgen der Tuberkulose im Europa des 19. Jahrhunderts. Sanatorien entstanden als Orte medizinischer Behandlung, zugleich aber auch als Instrumente sozialer Trennung. Kranke Menschen wurden isoliert, kontrolliert und häufig mit moralischen Vorurteilen belastet. Besonders Arbeiterfamilien galten vielen Zeitgenossen als Ursprung gesundheitlicher Gefahr. Neben der Sozialgeschichte verfolgt die Darstellung die wissenschaftliche Entwicklung der Tuberkuloseforschung seit Robert Kochs Entdeckung des Erregers. Fortschritte der Bakteriologie eröffneten neue Möglichkeiten der Behandlung, doch resistente Formen der Krankheit stellten die Medizin später erneut vor enorme Herausforderungen. Die Geschichte der Tuberkulose zeigt dadurch, wie eng wissenschaftlicher Fortschritt, gesellschaftliche Ungleichheit und politische Entscheidungen miteinander verbunden bleiben.
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Maße: 29.7 x21.0 x29.7 cm
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