
von Ansgar Gebhard
1911 verlässt der fünfzehnjährige Alois Schuchter sein Tiroler Heimatdorf Pfunds. Wie viele Schwabenkinder wird er fortgeschickt, weil das Geld der Familie nicht zum Leben reicht. Sein Weg führt ihn an den Bodensee, auf den Dillmannshof bei Eriskirch. Dort arbeitet er in der Ziegelei – zwischen Lehmgrube, Trockengestellen und Brennofen.Die Arbeit ist hart. Alois erlebt Hunger, Heimweh und Demütigung. Doch er begegnet auch Menschen, die ihn nicht nur als billige Arbeitskraft sehen: der scharfzüngigen Resi, dem wortkargen Ziegler Bene, der klugen Klara und dem unerschrockenen Kaspar. Von ihnen lernt er, genauer hinzusehen, seinen Namen nicht zu vergessen und sich innerlich nicht kleinmachen zu lassen.Zurück in Tirol begleiten ihn diese Erfahrungen durch zwei Weltkriege, politische Umbrüche und die Jahre des Nationalsozialismus. An seiner Seite steht Maria, die mit wachem Blick, trockenem Humor und einem alten Heft festhält, was andere später lieber vergessen würden.Was der Lehm behält ist ein historischer Roman nach den Lebensspuren des Schwabenkindes Alois Schuchter. Er erzählt von Armut und Kinderarbeit, von Würde, Widerstand und Erinnerung – und von Menschen, die einander Halt geben, wenn die Zeit aus den Fugen gerät.
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