
In Brasilien vertrocknen Kaffeesträucher, in New York steigt der Börsenkurs, in einem Schweizer Café wird der Espresso teurer. Für die Bauern bedeutet ein hoher Preis noch lange kein gutes Jahr. Wer keine Ernte hat, kann nichts verkaufen.Mit diesem Widerspruch beginnt Carl N. Giessenbachers «Kaffee – Das schwarze Gold. Eine Geschichte von Ernte, Handel und Genuss». Von den Handelsmärkten der Gegenwart führt das Buch zurück in die Bergwälder Äthiopiens. Es folgt der Pflanze in den Jemen, wo Sufis das Getränk für ihre nächtlichen Andachten nutzten, und in die Städte des Osmanischen Reiches, deren Herrscher den neuen Treffpunkten misstrauten.In London werden Kaffeehäuser zu Orten des Handels und der Nachrichten. In Europa streiten Ärzte, Geistliche und Obrigkeiten über das ungewohnte Getränk. Unterdessen wächst die Nachfrage – und mit ihr eine Plantagenwirtschaft, die in der Karibik und Brasilien auf der Arbeit versklavter Menschen beruht.Später verändern industrielle Röstung, löslicher Kaffee, Espressomaschinen und Kapseln den Alltag. Die Schweiz wird zu einem wichtigen Handels- und Verarbeitungsplatz. Wer dabei verdient und wer das Risiko einer schlechten Ernte trägt, zieht sich als Frage durch das Buch.Giessenbacher prüft vertraute Ursprungslegenden und erklärt, wie Anbau, Verarbeitung und Preisbildung zusammenhängen. Am Ende steht die Zukunft einer empfindlichen Pflanze unter veränderten klimatischen Bedingungen. Zeittafel, Glossar und Nachweise ergänzen die Darstellung
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