
von Hugo Ball
Zur Kritik der deutschen Intelligenz ist eine scharfsinnige, polemisch verdichtete Analyse jener geistigen Kräfte, die Hugo Ball für die Katastrophe des deutschen Militarismus und den moralischen Zusammenbruch der Nation verantwortlich macht. In traktathafter Form verbindet das Buch historische Diagnose, kulturkritische Essayistik und religiös-politische Reflexion. Ball untersucht die Verflechtung von Protestantismus, Staatsdenken, Idealismus und Bildungsbürgertum und schreibt in einem Stil, der zugleich gelehrt, anklagend und prophetisch wirkt. Hugo Ball, 1886 geboren, war Dramatiker, Essayist, Mitbegründer des Zürcher Dadaismus und ein Intellektueller im Exil, der den Ersten Weltkrieg als Zivilisationsbruch erlebte. Seine Distanz zum deutschen Nationalismus, seine Erfahrungen in der Avantgarde und seine spätere Hinwendung zu katholischer Mystik und asketischer Innerlichkeit prägen dieses Werk. Die Kritik entspringt nicht bloßer politischer Gegnerschaft, sondern einer existenziellen Suche nach geistiger Verantwortung. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die die ideengeschichtlichen Ursachen moderner Krisen jenseits einfacher Schuldzuweisungen verstehen möchten. Balls Traktate fordern Widerspruch heraus, doch gerade ihre Radikalität macht sie zu einem bedeutenden Dokument europäischer Selbstprüfung nach 1918.
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Maße: 1.0 x15.2 x22.9 cm
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