
Der grüne Pompadour entfaltet einen raffinierten Kriminalfall im atmosphärisch aufgeladenen Venedig, dessen Palazzi, Kanäle und Salons nicht bloß Kulisse, sondern Teil der Ermittlung sind. Adlersfeld-Ballestrem verbindet Gesellschaftsroman, Rätselprosa und feuilletonistische Eleganz: Ein scheinbar nebensächliches Accessoire wird zum Zeichen verborgener Beziehungen, falscher Identitäten und moralischer Ambivalenzen. Der Stil ist präzise, pointiert und von jener kultivierten Spannung getragen, die den frühen deutschsprachigen Detektivroman an die Tradition des Sensations- und Salonromans anschließt. Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem, 1854 in Ratibor geboren, entstammte dem schlesischen Adel und kannte die Codes aristokratischer Repräsentation ebenso wie deren Brüchigkeit. Als produktive Erzählerin bewegte sie sich souverän zwischen Unterhaltungs-, Kriminal- und Gesellschaftsliteratur. Ihre Vertrautheit mit höfischen Milieus, weiblichen Handlungsspielräumen und europäischer Reisekultur dürfte die Konzeption dieses venezianischen Krimis wesentlich geprägt haben. Empfohlen sei Der grüne Pompadour allen Leserinnen und Lesern, die historische Kriminalliteratur jenseits bloßer Nostalgie suchen. Das Buch bietet kultivierte Spannung, psychologische Beobachtung und ein eindrucksvolles Bild fin-de-sièclehafter Urbanität. Wer Venedig als Bühne des Geheimnisses liebt, findet hier ein zugleich unterhaltsames und literarhistorisch aufschlussreiches Werk.
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Maße: 22.9 x15.2 x0.7 cm
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