
In "Weiße Tauben" verbindet Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem die Spannung des Kriminalromans mit der atmosphärischen Dichte historischer Erzählkunst. Das Buch entfaltet ein Geflecht aus verborgener Schuld, gesellschaftlicher Maskerade und detektivischer Aufklärung, wobei das titelgebende Bild der weißen Tauben als Zeichen von Unschuld, Täuschung und bedrohtem Frieden lesbar wird. Stilistisch steht der Roman zwischen spätem Feuilletonroman, Schauertradition und frühem deutschsprachigem Detektivnarrativ: pointierte Dialoge, präzise Milieuschilderung und ein Sinn für theatralische Enthüllung prägen seine Wirkung. Die Autorin, 1854 als Gräfin von Ballestrem geboren, kannte die Rituale, Hierarchien und moralischen Spannungen aristokratischer Lebenswelten aus eigener Erfahrung. Nach ihrer Heirat mit Joseph von Adlersfeld veröffentlichte sie zahlreiche Unterhaltungs- und Kriminalromane, in denen Bildung, Katholizismus, Standesbewusstsein und ein wacher Blick für menschliche Schwächen zusammenfinden. Gerade diese Herkunft erklärt die besondere Sicherheit, mit der sie historische Kulisse und gesellschaftliche Intrige verschränkt. Empfohlen sei "Weiße Tauben" allen Leserinnen und Lesern, die historische Kriminalprosa nicht nur als Rätselspiel, sondern als Spiegel sozialer Ordnung verstehen. Der Roman bietet Spannung, kulturgeschichtlichen Reiz und eine bemerkenswert sichere erzählerische Ökonomie.
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Maße: 0.7 x15.2 x22.9 cm
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